Juni, die Rosensaison beginnt

 
Nun kann die Königin der Pflanzen zeigen, warum sie diesen Titel trägt. Doch was kann ich für meine Rosen machen, um sie jedes Jahr in voller Blütenpracht erstrahlen zu lassen? Als Erstes ist es wichtig zu wissen, was für eine Art von Rose besitze ich.
Sie werden in verschiedene Kategorien unterteilt und stellen dadurch auch unterschiedliche Ansprüche. Es ist prinzipiell wichtig, die Rosen jedes Jahr im März zu schneiden, um ihren starken Wuchs einzudämmen. Es hilft auch der Rose, gegenüber Krankheiten resistenter zu werden. Laub und Grünschnitt immer entsorgen, da diese Krankheiten übertragen. Eine Wässerung über die Blätter verhindern. Das kann zu Pilzerkrankungen führen. Auch dagegen hilft der starke Schnitt im Frühjahr, da die Rose dann besser durchlüftet ist. Viel Licht in der Rose lässt die Feuchtigkeit schneller abtrocknen. Daher ist ein vollsonniger Standort der beste. Bei Neupflanzungen immer darauf achten, dass die Veredelungsstelle 5-6 cm unter der Erde ist. Dies schützt die Rose vor Frostschäden. Als Pflanzerde sollte man gut wasserspeichernde Substrate wählen. Dies lieben so gut wie alle Rosen, da sie viel Wasser benötigen.
Nun ein kurzer Überblick über alle Rosenkategorien und deren Eigenschaften.

Edelrosen

Lange Triebe, sehr aufrecht wachsend, große Blüten, meist sehr guter Duft, eignet sich sehr gut als Schnittrose, Wuchs ca. 80-100 cm, nur wenige dauerblühend, brauchen stets nach der Blüte einen Schnitt, um eine weiter Blüte zu fördern. Es gibt viele Sorten und sehr schöne Blütenvariationen. Sie brauchen guten Winterschutz. Im März werden sie stark zurück geschnitten, dies verhindert zu langes Rutenwachstum.

Beetrosen

Meist kurze Triebe, buschig wachsend, meist kleine Blüten, aber in großer Stückzahl, meist geringer Duft, schöne Rabattenrose zur Zwischenbepflanzung, Wuchs ca. 60-80 cm, viele Sorten sind öfter/dauerblühend, müssen nicht nach jeder Blüte geschnitten werden, die meisten putzen sich selber aus, sehr robust und vielseitig anwendbar.
- Werden im März stark zurück geschnitten, um einen buschähnlichen Wuchs zu fördern.

Minirosen

Sehr kurze Triebe, sehr klein/buschig wachsend, sehr kleine Blüten, sehr geringer Duft, eignet sich sehr gut für Gräber/ kleine Gärten und Einfassungen, Wuchs 40-60 cm, meist öfter blühend, sie putzen sich meist selber aus, bei vielen Sorten ist ein guter Winterschutz angebracht.
– Werden im März nicht zu stark zurückgeschnitten, da sie zu wenig Zuwachs haben.

Strauch-/Wildrosen

Sehr lange Triebe, sehr buschig und groß wachsend, viele große sowie kleine Blüten und sehr insektenfreundlich, meist guter Duft je nach Sorte, sehr gute Solitärpflanze oder für Blütenhecken, Wuchs ca.80-120 oder größer, meist öfter-/dauerblühend, viele Sorten möchten nach der Blüte geschnitten werden, um den nächsten Blütenflor zu bekommen, sehr robuste Rosen.
– Werden im März nicht zu stark zurück geschnitten, um ihre Größe zu behalten.

Historische/Renaissance/Ruffle Rosen

Sehr lange Triebe, groß und buschig wachsend, viele große Blüten, guter Duft, meist sehr insektenfreundlich, historisch sehr interessant für Rosensammler, Parkanlagen, Wuchs ca. 80-120 und größer, meist einmal blühend, sehr anfällig gegen Krankheiten, benötigen meist Winterschutz.
– Viele historische Arten wollen nach der Blüte im Juni geschnitten werden, um im nächsten Jahr wieder mit voller Pracht zu blühen, da die meisten nur einmal blühen.

Kletterrosen

Bis zu 2-3 m lange Triebe, sehr aufrecht/ kletternd wachsend, viele große und kleine Blüten, sie benötigen eine Rankhilfe, mögen es, an Hauswänden zu wachsen, Wuchs ca. 200-350 cm, auch viele Kletterrosen putzen sich selber aus, großblütige Kletterrosen wollen meist einen Schnitt nach der Blüte, die meisten sind sehr winterhart und robust.
– Werden im März eingekürzt, doch nur an den Seitentrieben, die Leittriebe bleiben erhalten.

Ramblerrosen

Bis zu 4-10 m lange Triebe, teils hängend, teils aufrecht wachsend/ wild, viele kleine Blüten, einmal blühend, tolle Pflanze für Parkanlagen und Großgärten, sie benötigt eine sehr große Rankhilfe, nur wenige haben Duft, Wuchs ca. 300-1000 cm, sie putzen sich selber aus, sehr robust.
– Ramblerrosen wollen nicht geschnitten werden, ist auch kaum möglich bei diesen Ausmaßen. Einfach der Natur überlassen, dies führt zum besten Erfolg.

Bodendeckerrosen

Überhängende Triebe, teils breiter Busch, schnell wachsend, kleine Blüten, aber dafür ein Blütenmeer, meist geringer Duft, eignet sich sehr gut für Großflächen, Gruppenbepflanzung, stadtklimafest, Wuchs ca. 50-80 cm, öfter/dauerblühend, fast alle putzen sich selber aus, sehr robust und winterhart.
– Sie werden im März gut zurück geschnitten, um eine größere Blütenpracht zu erzielen.

Eine gute Beratung beim Kauf ist daher wichtig, um die Rose zu finden, die zu Ihnen und dem ausgewählten Standort passt.

Baumschulgärtner Steven Richter
Baumschule Richter & Graeff


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